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Groundhandling- was ist das?
#1
Groundhandling ist ein Fachbegriff aus der Luftfahrt und bezeichnet ganz allgemein Bewegungen von Luftfahrzeugen am Boden, in unserem speziellen Fall von einem Gleitschirm. 
Jeder kennt Gleitschirme, oder Paraglider (richtig heißen sie Gleitsegel) aus dem Urlaub in den Bergen oder am Meer, aus dem Fernsehen oder dem Internet. Oft werden in touristischen Regionen Tandemflüge (mit Passagier) angeboten. Kaum jemand weiß aber, wie wichtig das Groundhandling beim Gleitschirmfliegen ist (und ganz ehrlich: sehr viele Piloten auch nicht). "Normalerweise"  startet ein Gleitschirmpilot bei sehr wenig Wind, und mit ein wenig Erfahrung und Geschick findet er eine Thermik (aufsteigende warme Luft), die ihn höher trägt. Wenn nicht, macht er einen entspannten Abgleiter ins Tal und landet bei ebenso zahmen Windverhältnissen dort. Das ganze sieht anders aus, wenn es am Startplatz etwas windiger ist, oder der Pilot am Meer fliegen möchte, was nur bei starkem Wind möglich ist, denn dort nutzt er nicht die aufsteigende Thermik (Warmluftblasen), sondern den Seewind, der an einer Düne hochweht, an welcher man dann entlang fliegen ("soaren") kann. In diesem Fall muss der Pilot seinen Gleitschirm auch am Boden perfekt unter Kontrolle haben, da es sonst schnell z Unfällen kommen kann. Kaum ist der Schirm nämlich aus dem Packsack, will der Wind ihn auch schon füllen und wegzerren, schlimmstenfalls mit dem bereits angehängten Piloten im Schlepptau. Das und andere Unannehmlichkeiten gilt es zu vermeiden und das geht nur durch Übung, was Gleitschirmpiloten "Groundhandling" nennen.
Unter erfahrenen Piloten zählt eine Stunde Groundhandling so viel wie 4 Stunden reale Flugerfahrung. Groundhandling schult ganz enorm das "Feeling" für den Gleitschirm im Flug. Es geht beim Groundhandling also darum, ein möglichst gutes Gefühl für den Gleitschirm zu bekommen, und bei schwierigen Windbedingungen (z.B. am Strand) den Schirm unter Kontrolle zu behalten. 
Um das Groundhandling zu üben geht der Pilot an einem trockenen und windigen Tag auf eine Wiese, die dafür geeignet ist, und übt das sichere Auslegen des Gleitschirms, das Aufziehen und letztlich das Starten, ohne tatsächlich abzuheben. Der Gleitschirm wird dabei benutzt wie ein Kite, weswegen Piloten beim Groundhandling oft mit Kitesurfern verwechselt werden. Der Schirm liegt nach dem Auslegen hufeisenförmig mit der offenen Seite gegen im Wind. Bei Nullwind oder wenig Wind würde der Pilot sich mit dem Gesicht zum Tal drehen (Schirm hinter ihm), loslaufen und im rennen den Schirm hinter sich aufziehen, bis er senkrecht über ihm steht, und dann abheben. Das geht bei starkem Wind nicht, weil der Schirm den Piloten rückwärts ziehen würde. Hier muss der Pilot sich mit dem Gesicht zum Schirm drehen und den Schirm durch Leinenführung möglichst schnell und geschickt (am Rand des Windfensters) über sich bringen, damit der Wind keine so große Angriffsfläche hat und den Piloten nicht wegzerren kann. Jetzt erst dreht sich der Pilot in Startrichtung um und startet.
Dieses Training diente Anfangs "nur" der Sicherheit, aber sehr schnell fanden Piloten heraus, dass man beim Groundhandling sehr viel Spaß haben kann und über die Jahre hat sich daraus fast schon so etwas wie eine neue Action- Sportart entwickelt. Es gibt inzwischen schon recht viele Gleitschirmpiloten, die sich auf das Groundhandling und das Üben (und Vorführen) von sehr schwierigen, aber für die Flugpraxis oft nützlichen, Tricks am Boden oder in Bodennähe spezialisiert haben, was auch immer sehr eindrucksvoll aussieht und nicht zuletzt ein echtes full-body-workout darstellt. 
Man kann also durchaus das Groundhandling als eine vom Gleitschirmsport schon fast gelöste Sportart ansehen, insbesondere wenn man nicht vorhat, mit dem Gleitschirm im eigentlichen Sinn zu fliegen. Der Gleitschirmsport an sich zählt zu Recht zu den teureren und zeitintensiveren Freizeitaktivitäten. Da ist erstens die moderne und deswegen kostspielige Ausrüstung (Gleitschirm, Gurtzeug, Helm, Rettungsgerät, Variometer,...), zudem muss der Gleitschirm alle zwei Jahre geprüft werden, was auch nicht umsonst ist. Um legal fliegen zu dürfen, braucht man in den meisten Ländern eine gültige Berechtigung. Auch die kostet viel Geld. Und zum Schluss braucht man zum Gleitschirmfliegen auch noch eine spezielle Haftpflichtvericherung. All das braucht man beim reinen Groundhandling nicht! Natürlich braucht man einen Gleitschirm und ein Gurtzeug, aber es muss nicht das neueste Material sein und es muss nicht gecheckt sein, davon findet man genügend im Internet zu sehr günstigen Preisen. Handschuhe aus Leder, ein (Snowboard-) Helm und geeignete Schuhe sollten auch noch drin sein. Und schon kann es losgehen, denn wir brauchen zum Groundhandling weder eine Lizenz, noch einen zugelassenen Startplatz (denn wir starten ja nicht), noch einen gecheckten Schirm oder eine zusätzliche Haftpflichtversicherung.
Was man tatsächlich braucht, ist ein geeigneter Ort zum Üben. Es sollte nicht auf Beton oder Sand/Kies geübt werden, da der Gleitschirm stark darunter leidet. Ideal ist eine gemähte Wiese ohne Stolperlöcher, die gleichmäßig, das heißt ohne Hindernisse wie Bäume oder Häuser, vom Wind angeströmt wird, sodass möglichst wenig Turbulenzen entstehen. Die Wiese kann eben sein oder eine Neigung aufweisen, wobei der Wind beim Üben am Hang den Hang hinauf wehen muss. 
Ich habe festgestellt, dass es gar nicht so leicht ist, entsprechende Wiesen zu finden. Anders als bei zugelassenen Startplätzen gibt es für geeignete Groundhandling- Spots kein öffentliches Register. Ich möchte in diesem Forum möglichst viele Groundhandling-Spots sammeln, um allen Groundhandling-Enthusiasten das Auffinden eines geeigneten Spots in ihrer Nähe zu ermöglichen. Je mehr Leute mitmachen, desto effektiver ist das Forum beim Finden eines Spots! Deswegen bitte ich alle diejenigen, die schon aktiv groundhandeln, hier ihre Lieblingsspots hochzuladen. Und alle, die jetzt damit anfangen und schon einen schönen Spot gefunden haben oder bald finden werden, natürlich auch! Vielen Dank!
Euer Niko
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